ChatGPT im Unternehmen: kostenlos, Team oder Enterprise und die rechtlichen Fallen
Die kostenlose Version von ChatGPT ist für den betrieblichen Einsatz mit personenbezogenen oder vertraulichen Daten nicht geeignet, weil ein Auftragsverarbeitungsvertrag und Business-Bedingungen fehlen und Eingaben standardmäßig zum Training genutzt werden. Für Unternehmen ist mindestens ChatGPT Team sinnvoll, bei höheren Anforderungen Enterprise oder die API. Team kostet etwa 25 bis 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Unabhängig von der Version braucht jedes Unternehmen eine kurze interne KI-Richtlinie. Prüfen Sie vor dem Start die jeweils aktuellen Vertrags- und Preisbedingungen des Anbieters.
Welche ChatGPT-Versionen gibt es?
| Version | Preis (Richtwert) | Für wen |
|---|---|---|
| Free | kostenlos | Private Nutzung, unverbindliches Ausprobieren |
| Plus | rund 20 US-Dollar / Monat | Einzelpersonen, die mehr Leistung und aktuelle Modelle wollen |
| Team | ca. 25 bis 30 US-Dollar / Nutzer / Monat | Teams und kleine Unternehmen mit Bedarf an Datenschutz und Verwaltung |
| Enterprise | individuelles Angebot | Größere Organisationen mit Anforderungen an Sicherheit, Verwaltung und Nachweise |
Zusätzlich gibt es die API, über die ChatGPT-Modelle in eigene Anwendungen und Automatisierungen eingebunden werden. Preise und Leistungsumfang ändern sich regelmäßig. Die Zahlen oben sind Richtwerte, maßgeblich ist die aktuelle Preisseite des Anbieters.
Was unterscheidet die Business-Angebote von Free und Plus?
Der wichtigste Unterschied liegt nicht in der Antwortqualität, sondern in den Vertragsbedingungen und der Datenverarbeitung:
- Training: Bei Team, Enterprise und API werden Eingaben laut Anbieter standardmäßig nicht zum Training der Modelle verwendet. Bei Free und Plus ist die Trainingsnutzung standardmäßig aktiv und muss manuell in den Einstellungen abgeschaltet werden.
- Auftragsverarbeitungsvertrag: Für Team, Enterprise und API stellt der Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO bereit. Für Free und Plus gelten die Verbraucherbedingungen ohne diesen Vertrag.
- Verwaltung: Business-Angebote bieten eine zentrale Nutzerverwaltung, Rollen und teilweise die Anmeldung über das Firmenkonto. Enterprise ergänzt Einzelanmeldung, längere Aufbewahrungssteuerung und weitere Nachweise.
- Speicherung: In Business-Angeboten lässt sich steuern, wie lange Verläufe gespeichert werden. Enterprise bietet je nach Region zusätzliche Optionen zur Datenhaltung.
Wo liegen die DSGVO-Fallen?
Falle 1: Die kostenlose Version für Kundendaten
Mitarbeiter fügen eine Kunden-E-Mail mit Namen, Adresse und Anliegen ein und bitten um einen Antwortentwurf. Damit werden personenbezogene Daten an einen Dienstleister ohne Auftragsverarbeitungsvertrag übermittelt. Das ist ein Datenschutzverstoß, unabhängig davon, wie gut das Ergebnis ist.
Falle 2: Geschäftsgeheimnisse in der Eingabe
Kalkulationen, Vertragsentwürfe oder Konstruktionsdaten in der kostenlosen Version sind aus Sicht des Geschäftsgeheimnisschutzes riskant, weil keine vertragliche Vertraulichkeit auf Unternehmensniveau besteht.
Falle 3: Der Drittlandtransfer
Der Anbieter sitzt in den USA. Eine Übermittlung stützt sich in der Regel auf das EU-US Data Privacy Framework oder auf Standardvertragsklauseln. In der Datenschutzerklärung des Unternehmens und im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten muss die Nutzung sauber abgebildet sein.
Falle 4: Keine Prüfung der Ergebnisse
KI-Antworten können falsch oder erfunden sein. Wer Ergebnisse ungeprüft in Angebote, Bescheide oder Rechtsauskünfte übernimmt, haftet für den Fehler selbst.
Welche Version passt zu welchem Bedarf?
- Nur Recherche und allgemeine Textentwürfe, kein Personenbezug: Free oder Plus mit deaktivierter Trainingsnutzung kann für den Einstieg genügen, besser mit klarer Ansage, was nicht eingegeben werden darf.
- Regelmäßige Nutzung im Team, auch mit internen Daten: ChatGPT Team mit Auftragsverarbeitungsvertrag und zentraler Verwaltung.
- Hohe Anforderungen an Sicherheit, Nachweise und Verwaltung: Enterprise.
- Einbindung in eigene Abläufe und Automatisierungen: die API mit passendem Vertrag und technischer Absicherung.
Was Sie vor dem Start klären sollten
- Welche Version deckt den Bedarf, ohne zu überziehen?
- Ist der Auftragsverarbeitungsvertrag abgeschlossen und die Trainingsnutzung deaktiviert?
- Sind Datenschutzerklärung und Verarbeitungsverzeichnis aktualisiert?
- Gibt es eine kurze interne KI-Richtlinie, die alle Mitarbeiter kennen?
- Ist geregelt, wie Ergebnisse geprüft und freigegeben werden?
Diese Punkte sind in wenigen Tagen erledigt und verhindern die meisten Probleme. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
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